GEDANKEN DES STAFFELFÜHRERS OLIVER SPIETH

Der Flugplatz Turtmann war bei uns Piloten der Fliegerstaffel 1 vor allem wegen zweier Dinge legendär und beliebt.

Das eine war die Unterkunft. Wir haben uns seit Jahren (schon vor meiner Zeit) immer in Ergisch einquartiert. Die Chalets, auf die wir uns verteilten, hatten einen ganz besonderen, ursprünglichen Charme. Das wurde nur noch durch das Restaurant „Obermatt“ übertroffen. Jeden Abend kehrten wir dort ein, um die „Räubergeschichten“ des Tages untereinander auszutauschen und um uns seelisch und körperlich für den nächsten Tag zu stärken.
Der Menüplan war jeweils sehr ausgeglichen – Käseschnitte oder Käsefondue, wobei einige sich währender der ganzen zwei Wochen nur auf das Fondue beschränkten!


Staffelführer Maj Olivier Spieth

Die andere Sache, für die Turtmann so berühmt – berüchtigt war, ist die Basis der Piste 26 (sprich: base two six). Für Nicht-Luftfahrtexperten: das ist die Kurve, die auf den Endanflug führt.
Hier in Turtmann war das so, dass die Piste relativ weit in die Südseite des Tals gebaut war. Und da in der Luftfahrt immer links abgebogen wird, um zu landen, musste die Basis 26 in Turtmann sehr dem Gelände angepasst werden.
Dies führte zu den spektakulär ausschauenden Abschwüngen, relativ nahe am Hang. Für Piloten, die das zum ersten mal machen mussten, war die noch mehr Respekt einflössend als vom Boden aus und auch recht anspruchsvoll zu fliegen. Doch sobald dieses Verfahren beherrscht wurde, machte es süchtig und es war (das behaupte ich) in der Welt wohl einzigartig.

Es wird es auch bleiben, genau so wie die Geschichten um Ergisch. Beides wird noch viele Jahre in den „Räubergeschichten“ weiterleben, auch dann noch, wenn Ende 2003 die Fliegerstaffel 1 nach 89 Jahren als älteste Staffel aufgelöst wird.


Staffel 1

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