Mirage IIIS |
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Mirage IIIS Copyright by Goatworks.com (Peter Lewis) |
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Mirage IIIS: Ein Abfangjäger der Superlative
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Fata Morgana oder Wundererscheinung bedeutet Mirage, und tatsächlich sollte das EMD sein blaues Wunder mit der Mirage erleben: Eine Kreditüberschreitung von 66 %, die Reduktion von 100 auf 57 Maschinen, schliesslich die Entlassung des Fliegerchefs Etienne Primault. Dann aber das Wunder, zusammen mit den Franzosen über das beste Abfangflugzeug Europas zu verfügen! Vor allem aus Spargründen musste die IIIS-Flotte Ende 1999 ausser Dienst gestellt werden. |
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Die Besten: Supertiger und Mirage III
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Der Fiat G-91 erweist sich als dem schweizerischen Erdkampfflugzeug P-16 unterlegen, auf dessen Beschaffung im Vorjahr nach zwei aufsehenerregenden Abstürzen von Prototypen verzichtet wurde. Als bestes, aber zu teures Flugzeug wird der Supertiger eingestuft. Der Starfighter wird als nicht miliztauglich, ausserdem zu teuer erachtet. Der Saab Draken ist billiger, seine taktischen Eigenschaften und besonders sein Aktionsradius aber unbefriedigend. |
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Massive Mehrkosten
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Dann die böse Überraschung: Der Bundesrat beantragt 1964 einen Zusatzkredit von 576 Mio., was Mehrkosten von über 66 % bedeutet! Das EMD steckt in der «Mirage-Affäre». Die Kostenüberschreitungen erklären sich hauptsächlich durch den Einbau des amerikanischen «Taran» Feuerleit- und Navigationsradars, das wegen seiner Kompatibilität mit den vorgesehenen amerikanischen Luft-Luft-Lenkwaffen von Hughes gewählt wurde. Dazu kommen Aufklärungsausrüstung, Kurzstarthilfen und Ersatzteile, ausserdem die kostensteigernde Lizenzfabrikation. Bisher im Flugzeugbau verwendete Fertigungseinrichtungen erweisen sich für den neuen Superjet nämlich als ungenügend. |
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Köpferollen im EMD
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Eine parlamentarische Untersuchungskommission unter dem damaligen Nationalrat Kurt Furgler wird eingesetzt und stellt fest: «Die Botschaft 1961 war zum Teil tendenziös, zum Teil unsorgfältig und an einzelnen Stellen geradezu irreführend abgefasst», räumt aber auch ein, dass «die Untersuchung in keinem Fall einen Anhaltspunkt für unehrenhafte Handlungen oder ein Streben nach persönlichen Vorteilen ergeben hat». Der Bericht führt zur Entlassung Div Etienne Primaults durch den Bundesrat. Der Generalstabschef Jakob Annasohn tritt freiwillig zurück, schliesslich auch Bundesrat Paul Chaudet. Eine spätere Beurteilung durch das Bundesgericht spricht Etienne Primault von persönlichem Verschulden frei. Seine Verdienste um die Konzeption der Luftraumverteidigung der 60er Jahre sind heute ebenso unbestritten wie die hervorragende Qualität des Flugzeugs, das ihm zum Verhängnis wurde. |
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Feuertaufe bei der israelischen Luftwaffe
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Seine Bewährungsprobe besteht der Flugzeugtyp Mirage IIIC in den israelisch-arabischen Auseinandersetzungen 1963, 1964 und 1966. Die israelischen Mirage gehen siegreich aus Luftkämpfen gegen Mig-17 und Mig-21 der Ägypter und Syrer hervor. Zu Beginn des Sechstagekriegs 1967 schliesslich gelingt es den israelischen Angreifern, in einem Überraschungscoup fast die gesamte ägyptische Flotte von 440 Kriegsflugzeugen, darunter 130 topmoderne Mig-21, schon am Boden zu vernichten. Unter den 150 israelischen Maschinen sind 72 Interzeptoren Mirage. Diese nur dreistündige Operation am Morgen des 5. Juni ist entscheidend für den Ausgang des Waffengangs. |
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Die Mirage ist einsatzbereit
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1964 ernennt der Bundesrat Eugen Studer zum neuen Kdt FF Trp. Das Gros der Mirage-Flotte, 36 Abfangjäger IIIS, wird in der Schweiz in Lizenz gebaut und gelangt ab 1966 zu den Fliegertruppen. Chef Einführung Mirage ist Oberst i Gst Arthur Moll, späterer Kdt FF Trp. Er leitet die Umschulungskurse für Fluglehrer und Piloten des Überwachungsgeschwaders, der Berufspiloteneinheit der Fliegertruppen. |
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Fünf Mirage fliegen im Verband
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1968 wird eine «Mirage-Kunstflugstaffel» mit Aridio Pellanda als Leader geschaffen. Mit ihren fünf Deltajägern hat der Verband zwei vielbeachtete Auftritte in Dübendorf und Genf. Die Flugwaffenführung entscheidet dann aber, die Mirage-Piloten und ihre Maschinen hätten voll der Luftverteidigung zur Verfügung zu stehen. |
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Ein zuverlässiges Flugzeug
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Von den insgesamt beschafften 61 Mirage-Maschinen aller Versionen gehen von 1964-1999 deren zehn durch Absturz verloren; sieben davon sind IIIS. Drei Piloten und eine Drittperson werden dabei getötet. Unfallursache sind vor allem Pilotenfehler, aber auch Vogelkollision, Triebwerkausfall und Meteoeinfluss. |
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Lenkwaffentests in Vidsel - Überschallflüge ab Dec
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1977 sind erstmals drei Mirage IIIS im schwedischen Vidsel für Schiessversuche mit Kriegsmunition und Luft-Luft- sowie Luft-Boden-Lenkwaffen im Einsatz. Erneut können 1981 Mirage- und neu auch Tiger-Kampfflugzeuge Kriegswaffen in Vidsel überprüfen und einsetzen, beim dritten Mal 1986 sind auch schweizerische Hunter dabei. |
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Kampfwertsteigerungen
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Im Laufe ihrer langen Einsatzzeit wird die Mirage-Flotte kontinuierlich Modifikationen zur Erhöhung ihrer Kampfkraft unterzogen, wobei die Flugzeuge elektronische und aerodynamische Verbesserungen erfahren. Die auffallendste Veränderung des Flugzeugäusseren bringen die 1988 - 1992 zusätzlich angebrachten seitlichen Vorflügel (Canards). Sie verbessern die Wendigkeit im unteren Geschwindigkeitsbereich. Auch ein neuer Schleudersitz und Chaff-and-flare-Dispenser werden eingebaut. Gleichzeitig erhält die S-Flotte den bei den Zweisitzern schon vorhandenen Tarnanstrich in stumpfem Grau. |
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Der F/A-18 ersetzt die Mirage IIIS
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Ende 1997 wird die erste F/A-18-Staffel operationell: Eine neue Generation von Abfangjägern ist damit einsatzfähig, ein Flugzeug, das den Gegner auf 100 km Distanz sieht und auf 30 km bekämpft, und zwar mehrere Ziele gleichzeitig. Beim Mirage sind es 30 km Sicht und 12 km Einsatzdistanz. Der Zwang zum Sparen und das Ende des Ost/West-Konflikts legen die Ausmusterung der über 30-jährigen Mirage-IIIS-Flotte nahe. Die Geschäftsleitung VBS beschliesst daher 1998, die noch vorhandenen 29 Mirage IIIS auf Ende 1999 ausser Dienst zu setzen. Jährlich können damit rund 11 Mio. Fr. Betriebskosten eingespart werden. |
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